| |
|
GESCHICHTE VON JESOLO
Das heutige Gebiet Jesolos war in der Antike eine Lagune, in deren Innerem es einige kleine Inseln gab.
Die größte von ihnen wurde von der Römern Equilium genannt. Die ursprüngliche Bevölkerung dieser Gegend waren die Veneti (Veneter), die im ganzen Mittelmeer-Raum bekannt waren als Züchter einzigartiger Pferde. Und auf diese edlen Tiere scheint der Name Bezug zu nehmen.
|
Die Veneter hatten freundschaftliche Beziehungen zu Rom, und sie bedienten sich der Hilfe dieser mächtigen Stadt, um sich der Gefahr der Invasion von Seiten der Gallier zu erwehren. Dafür erlaubten sie den Römern, sich im Gebiet des heutigen Venetiens anzusiedeln.
Die Römer kolonialisierten also dieses Gebiet, bauten Straßen, Brücken und Dörfer. Sie brachten mit der Aufteilung in Parzellen (Zenturie) System in den anbaufähigen Acker-Boden, begannen mit dessen Urbarmachung und der Kanalisierung des Wassers.
|
Auch die Insel Equilio war, wie zahlreiche archäologische Fund-Stücke aus der Gegend beweisen, römische Kolonie. Mit der Verbreitung des Christentums wurden im 3. und 4.Jahrhundert das Kloster S.Giorgio in Pinedo und die Eremitage von Marcelliano gegründet - auf einer Insel, die nach der Eremitage bennant ist. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches machte sich Gefahr breit, das Leben wurde unsicher, und schließlich besetzten die Barbaren die Ebene.
Die Bewohner des nahen Hinterlandes zogen sich in die Lagune zurück - die Einwohner von Oderzo gründeten Eraclea auf der Insel Melidissa und Jesolo auf der Insel Equilio.
Dank seiner besonderen geografischen Lage fand Jesolo sich bald im Mittelpunkt des See-Handels im nord-adriatischen Raum. Geschützt durch die Lagune konnte es sich ungestört entwickeln, bis ihm sogar die Würde, Bischofs-Sitz zu werden zuteil wurde. Das wirtschaftliche und politische Aufstreben des Ortes führte zu fortgesetzten Zusammenstößen mit Eraclea, seinem mächtigen Nachbarn, die mit der gegenseitigen Zerstörung endeten. Die Kriege, ein tragisches Hochwasser des Sile und die Invasion der Franken führten zum Niedergang der einst so blühenden Hafen-Stadt Jesolo. Anfang des 12.Jhrdts war auch der Bischofs-Sitz nur noch Vergangenheit. Die folgenden drei Jahrunderte waren die schwierigsten in der Geschichte der Stadt. Ende des 15.Jhrdts waren von Jesolo nur noch ein paar Hütten bewohnt, und die zahlreichen Kirchen aus der Vergangenheit, die jetzt verfielen, konnten den wenigen gebliebenen Einwohnern keine religiöse Fürsorge mehr gewährleisten.
Um diesem Notstand abzuhelfen, und in der Absicht, die Stadt neu zu bevölkern, ließ der venezianische Adlige Soranzo eine Kirche bauen, die dann S.Giovanni Battista gewidmet und Pfarr-Kirche wurde - bezahlt aus eigenerTache und errichtet auf aigenem Grund und Boden. Um die neue Kirche entstand das Dorf Cavazuccherina. Damit die Gegend wieder bewohnbar würde, führte die Republik Venedig verschiedene Kultivierungs-Maßnahmen durch, hauptsächlich mit dem Ziel, dem Fluß Piave einen anderen Lauf zu geben.
Im 17.Jhrhdt verfuhr man auf gleiche Weise mit dem Fluß Sile.Cavazuccherina überlebte recht und schlecht für ein paar Jahrhunderte, aber die Ehre, selbständige Gemeinde zu sein, kam erst 1806 mit Napoleon. Als dieser gehen mußte, gründeten die neuen Herren, die ôsterreicher, eine Genossenschaft (mit Namen Passarella), um die Lebens-Bedingungen für das Gebiet der Lagune, das langsam zu versumpfen begann, zu verbessern. Der Anschluß an das König-Reich Italien verbesserte die Situation nicht, und der I.Weltkrieg schien die bisher geleistete Arbeit zunichte zu machen - die Bevölkerung wurde während der Kriegs-Handlungen evakuiert.
Der Frieden brachte dann den Wieder-Aufbau mit sich, und die Urbar-Machung wurde mit der Hilfe von Genossenschaften fortgesetzt. Einen großen Aufschwugun erlebte diese Arbeit in Obstbaum-Anpflanzungen und der Weinbau. 1930 bekam der Ort wieder seinen alten Namen: Jesolo. Seit 1936 existiert Lido di Jesolo - ein Zusammenschluß von Marina Bassa und Spiaggia. Mit dem großen Aufschwung in der Landwirtschaft begann auch der Ort wieder aufzuleben. Die ersten Kur-Anlagen für Helio-Therapie entstanden, und in den 30er Jahren die ersten Hotels und Restaurants.
Die Entwicklung wurde durch den 2. Welt- Krieg zeitweise gestoppt, ging aber danach nur um so schneller voran.
Heute ist Jesolo bekannt wegen seines herrlichen Wassers und wegen seines 15 Km langen Strandes - ein Rekord. Dem Touristen bieten sich eine Unzahl Hotels, Residenzen, Ferien - Wohnungen und Camping-Plätze an. Zahlreich auch die Möglichkeiten zu Unterhaltung und Zeitvertreib: Künstlerische ebenso wie Natur-Schönheiten (seien es die Antiche Mura oder die prachtvollen Valli da Pesca), Feste, gut ausgestattete Sport-Anlagen oder die 6 Hafen-Anlagen. Zu all dem kommt das herzliche Wesen und die Gast-Freundschaft der Bewohner. Und nicht zu vergessen die hervorragende Küche, die mit den wertvollen einheimischen Weinen eine unvergeßliche Einheit bildet.
|
|
|
|
|